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Die Goldkrönchen | Die 80-er Jahre

Die 80-er Jahre ...Prinzengarde mit neuem SchwungDie 80-er Jahre ...Prinzengarde mit neuem Schwung


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Anfang der 80-er Jahre hatten die Gardetänzerinnen des GCC keine Trainerin mehr. Es wurde vom Verein eine Sportlehrerin engagiert die zwar “sportlich” echt fit war und auch von Gymnastik was verstand, aber mit Tanz nicht wirklich etwas anzufangen wusste. Somit suchte man weiter nach jemandem, der sich auf tänzerischem Gebiet eher auskannte und traf auf eine junge Frau, die aber wiederum keine rechte “Trauteumgangssprachliche Redensart für “sich nicht trauen / keinen Mut haben”” dazu hatte.

Nach zähen Verhandlungen sagte diese endlich : “OK – ich guck es mir mal an.”.
Gesagt – getan, sie kam zum Training, hörte die schöne Musik, welche die Mädels ausgesucht hatten und sah dann die nicht wirklich passenden Bewegungen dazu.
“Nein, so geht das nicht. Tanzt das ganz einfach mal so!” – sprach’s – machte es vor – die Mädels es nach und so hatte die Prinzengarde Ihre neue Trainerin.

Damit war ihr Schicksal besiegelt – Rosi Bartl war von nun an als Trainerin nicht mehr wegzudenken. Sie lenkte und leitete zielstrebig die Geschicke “ihrer” Mädels und brachte dadurch frischen Wind in die ganze Gruppe.

Das war 1983- also zu tiefsten DDR Zeiten – Diejenigen die damals schon am öffentlichen Leben teilnahmen, wissen was das – auch organisatorisch- bedeutet hat, doch dazu später mehr.

Rosi’s Mädels waren nicht nur Gardetänzerinnen, sie bestritten auch die Showtänze denn im Verein gab es keine weiteren Tanzgruppen – heute kaum noch vorstellbar. Dafür war es aber eine Truppe von mindestens 12-15 Mädels, die man damals zum Füllen der großen Saalfläche im Groitzscher Volkshaus auch brauchte. Sogar männliche Parts wurden in die Tänze eingearbeitet – doch woher “willige” Männer dafür nehmen? Kurzerhand verdonnerten sie ihre – soweit vorhandenen – Freunde zum Mitmachen. Es funktionierte. Nicht wie heute, wo viele Angst haben sich zu blamieren, anstatt zu zeigen wozu man fähig ist, wenn Mann sich nur traut.

Enorme Schwierigkeiten bereitete in den 80-er Jahren ( u. a.) die Beschaffung von ordentlicher Musik – “West-Musik” natürlich.

Rosi – als Twenjemand in den Zwanzigern (20-29 Jahre alt) damals selber im absoluten “Discoalter” – tat alles dafür, das Neueste vom Neuen für Ihre Mädels aufzutreiben. Doch wie? Es gab noch keine CDs und erst recht kein Internet. Um in den 80-er Jahren nach ordentlicher Musik tanzen zu können, musste man schon einiges auf sich nehmen, denn ein guter Tanz steht und fällt nicht zuletzt mit der Musikauswahl. Da diese meist von den Zeichen und dem Trend der jeweiligen Zeit geprägt wird, ist sie gerade deshalb so wichtig.

Die Gardemädchen und Ihre Trainerin waren zwar allesamt “DDR-Kinder”, das heißt aber nicht, daß man auch nur im mindesten daran dachte, immer nur nach Puhdys (sie mögen uns verzeihen) und Co zu tanzen. “Kalimba de Luna”, “Uprock”, “Hey Gay”, “Star”, “You”, “The Witch”, “Gimme hope Jo’Anna” oder “Rock into your heart” waren einige ihrer/unserer Tänze in den 80-er Jahren.

Die Musik zu bekommen war, wie bereits erwähnt, ein Problem, denn einfach ins Geschäft gehen und kaufen ging damals nicht *. So verbrachte Rosi viele Stunden vor dem Radio um im richtigen Moment die Aufnahmetaste am Kassettenrekorder zu betätigen und das heiß begehrte Lied (hoffentlich komplett) aufzunehmen. Und wehe der Moderator laberte drauf – stundenlanges Musikhören für umsonst!

Wie gesagt- die CD war noch nicht erfunden, an einen Download aus dem Internet (Was ist Internet?) geschweige denn einen PC mit installiertem Musikbearbeitungsprogramm war noch lange nicht zu denken. Das Schneiden der Musik funktionierte mit Kassettenrekordern und nur mit äußerstem Fingerspitzengefühl war das typische “Brems – und Heulgeräusch” beim Drücken der Start- und Stopptasten zu vermeiden.

CD-Rohlinge sind heutzutage für unter 1 € das Stück zu bekommen – unbespielte Musikkassetten kosteten damals locker zwischen 20 und 30 Ost-Markumgangssprachlich Aluchips genannt - entspricht 2,50 DM bzw. 1,28 €. Bei einem Durchschnittsverdienst von 400 Mark, musste man sich schon sehr gut überlegen, wofür man sie einsetzte: So gab es “Trainingskassetten” von niedriger Tonqualität, die selbst nach wenigem Gebrauch schon ganz schön leierten bzw. verzerrten – sowie teure Kassetten die dann ausschließlich für Auftritte verwendet wurden, und die Rosi wie Ihren Augapfel hütete. Das für Kassetten so typische Rauschen im Hintergrund, hat man irgendwann gar nicht mehr wahr genommen – schließlich klang es ja bei allen anderen auch so.

Ganz böse wurde es allerdings, wenn die Technik “Bandsalat” produzierte – in Null-Komma-Nix waren stundenlange Arbeit und viel Geld vernichtet. Das kam leider nicht allzu selten vor, denn Kassetten mussten prinzipiell “auf Anfang gespult” sein, um den jeweiligen Technikern (was ist vorn/was ist hinten?) die Arbeit zu erleichtern. Also waren meist nicht mehr als die ersten 5 Minuten eines Bandes bespielt (pro Seite natürlich) und selbiges an dieser Stelle argen Strapazen ausgesetzt.

Als “Abspielgerät” zum Training dienten uns zwei Generationen “GeracordMarkenname eines Kassettenrekorders hergestellt in den 80-er Jahren vom VEB Elektronik Gera”. (Den Kennern unter Euch sind diese Geräte bekannt als GeracordMarkenname eines Kassettenrekorders hergestellt in den 80-er Jahren vom VEB Elektronik Gera GC 6010 und GeracordMarkenname eines Kassettenrekorders hergestellt in den 80-er Jahren vom VEB Elektronik Gera GC 6020) Der Erste war ohne, der zweite mit Zählwerk – was damals einer technischen Revolution gleichkam. Denn wenn man nicht das “richtige Händchen” für Vor – und Rücklauf (spulen) besaß, konnte es schneller gehen den Tanz noch einmal von vorn zu proben, als darauf zu warten, die richtige Stelle für den Einsatz herangespult zu bekommen.

Ebenfalls große Schwierigkeiten bereiteten Anschaffung und Anfertigung ansprechender Kostüme, sowohl was Stoffe anbelangte, als auch Schuhe, Kleidung oder auch nur die kleinsten Accessoires. Brauchte man in einer Saison z.B. schwarze Shirts und Shorts, so gab es die in dem Jahr garantiert nicht zu kaufen. Also besorgte man sich die momentan erhältliche Variante und färbte sie kurzerhand um- vorausgesetzt es gab schwarze Farbe. An Glanzstoffe wie Satin o.ä. war gleich gar nicht zu denken- entweder waren sie unbezahlbar oder es gab sie ganz einfach gar nicht. So wurden dann eben mittelblaue, fast knielange – dafür aber ärmellose- Turnhemden für 5 Ost-Markumgangssprachlich Aluchips genannt - entspricht 2,50 DM bzw. 1,28 € und zerquetschte das Stück gekauft und mit weißer Fransenborte verziert- fertig war das Charlestonkleid.

Aus “Nichts” ein vorzeigbares Kostüm anzufertigen, war zu DDR Zeiten völlig normal und offen gestanden: Es schulte unwahrscheinlich Kreativität und Phantasie.

Da Rosi nicht nur Talent zum choreographieren von Tänzen zeigte, sondern auch noch sehr gut zu nähen verstand, hatte der Verein gleich noch eine preiswerte – sprich kostenlose – Schneiderin gefunden, die sich um alles kümmert.

Auch die Garde-Mädels (sofern interessiert) profitierten davon, denn Rosi legte Wert darauf sie in alle Belange rund um Tanz und Auftritt mit einzubeziehen: Wer kennt wen, der dieses oder jenes Lied eventuell schon mal aufgenommen hat? Wer kennt wen der jemanden kennt, der Dies oder Das besorgen kann? Wessen Oma/Mutter/Tante hat noch Gummilitze, Knöpfe oder anderes Nähmaterial abzugeben? ...usw.

Auf Grund dieser Zusammenarbeit am “Projekt Tanz” entwickelte sich aus den Einzelpersonen, die lediglich das gleiche Hobby gemeinsam hatten, langsam eine echte Gruppe.

  • Dies ausführlicher zu erklären würde zu weit führen, deshalb unsere Bitte an alle ganz jungen Leser: Fragt bitte jemanden über 30 und diejenigen unter Euch, die aus den alten Bundesländern stammen, fragen jemanden der sich damit auskennt (einen Ossi).

    Es gäbe noch so vieles zu berichten, doch das führt zu weit. Fürs Erste wollen wir daher an dieser Stelle enden.

    ....bis bald, dann reist Ihr mit uns zurück in eine Zeit voller Veränderungen – in die 90-er Jahre…

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